Liebe Zentralafrika-Interessierte und Freund:innen des ÖNZ,
in der Septemberausgabe unseres Newsletters widmen wir uns im Schwerpunkt dem illegalen Coltanhandel, insbesondere der Rolle Ruandas beim Export von geschmuggeltem Coltan aus dem Osten der DR Kongo. Mit der Einnahme von Rubaya im April 2024 hat die von Ruanda unterstützte Rebellengruppe AFC/M23 eine der bedeutendsten Coltanminen der Region unter ihre Kontrolle gebracht. Seither ist ein überdurchschnittlich starker Anstieg der ruandischen Coltanexporte zu verzeichnen. Wie der Schmuggel über Ruanda funktioniert und wie Coltan aus Konfliktgebieten seinen Weg in internationale Lieferketten findet, lesen Sie in unserem Schwerpunktthema.
Im Osten der DR Kongo floriert jedoch nicht nur der Handel mit Mineralien wie Coltan. Auch der illegale Handel mit Kakao nimmt zu und geht mit fortschreitender Entwaldung einher. Im M23-Konflikt haben sich die kongolesische Regierung und die AFC/M23 derweil in Doha auf eine Abfolge von Verhandlungsschritten und einen Zeitplan verständigt. Parallel dazu hat Präsident Félix Tshisekedi das Format des angekündigten nationalen Dialogs festgelegt, während Proteste der Opposition gegen die geplante Verfassungsänderung die politischen Spannungen im Land weiter verschärfen. Eine weitere Herausforderung stellt die anhaltende Ebola-Epidemie dar: Mehr als 3.500 Menschen sind inzwischen an der Krankheit gestorben, und die Fallzahlen steigen in immer mehr Provinzen.
Die Spannungen zwischen Ruanda und Burundi halten unterdessen an: so kam es an der Grenze zwischen den beiden Ländern innerhalb weniger Tage zu zwei Zwischenfällen. Zwischen Ruanda und Belgien wiederum zeichnet sich auf diplomatischer Ebene eine Annäherung ab: Beide Länder haben die Wiederaufnahme ihrer diplomatischen Beziehungen angekündigt, die seit März 2025 unterbrochen waren. In Burundi bleibt die Lage der kongolesischen Geflüchteten weiterhin angespannt. Ein aktueller Bericht der Menschenrechtsorganisation ITEKA zieht zudem eine kritische Bilanz der Menschenrechtslage während der sechsjährigen Amtszeit von Präsident Évariste Ndayishimiye.
Schließlich möchten wir Sie auf zwei Termine des ÖNZ aufmerksam machen: Wenn Sie mehr über die Rolle des Kleinbergbaus in den Konflikten im Osten der DR Kongo erfahren möchten, laden wir Sie herzlich zu unserer Veranstaltung „Konfliktrohstoffe und globale Verantwortung – Coltanabbau im Osten der DR Kongo“ am 5. Oktober um 18 Uhr im Kino Central in Berlin ein. Gemeinsam mit dem Madini-Projekt zeigen wir im Rahmen der Alternativen Rohstoffwoche den Dokumentarfilm Of Mud and Blood und diskutieren im Anschluss mit Vertretern zivilgesellschaftlicher Organisationen aus der DR Kongo über die aktuelle Konfliktdynamik in der Region, verantwortungsvolle Mineralienbeschaffung und internationale Sorgfaltspflichten entlang globaler Lieferketten.
Außerdem möchten wir Sie bitten, sich bereits jetzt den 2. Dezember vorzumerken: An diesem Tag wird erstmals seit 2021 wieder der Friedenspreis des ÖNZ verliehen.
Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre und freuen uns darauf, Sie bei unseren Veranstaltungen begrüßen zu dürfen.
Viele Grüße aus der ÖNZ-Geschäftsstelle
Ciaran Wrons-Passmann, Ronja Fink und Gabriel Bertrand
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